Fondsüberblick
Der Davis Value Fund ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds mit Schwerpunkt auf US-amerikanischen Unternehmen, der eine klassische Value-Strategie verfolgt: Kauf von unterbewerteten, fundamental starken Unternehmen mit langfristigem Anlagehorizont. Auf Ebene der Fondsgesellschaft wird der Fonds von Davis Selected Advisers (gegründet von Shelby C. Davis, Firmengründung 1969) verantwortet; das Haus ist bekannt für konzentrierte, auf Fundamentaldaten basierende Portfolios und einen langfristigen Anlageansatz. Der Fonds ist ausdrücklich auf US-Aktien ausgerichtet und positioniert sich als Value- (nicht Growth-) Strategie, wobei Stockpicking und tiefgehende Unternehmensrecherche im Vordergrund stehen. Angaben zu Fondsvolumen, verfügbaren Anteilsklassen sowie ISIN/WKN sind abhängig von der Domizilierung und der jeweils angebotenen Anteilsklasse; diese Kennzahlen ändern sich laufend und sollten dem aktuellen Factsheet bzw. Prospekt entnommen werden. Gleiches gilt für den Verrechnungsmodus: Viele US-amerikanische Fonds schütten Dividenden aus, für europäische Anleger sind je nach Auflage sowohl ausschüttende als auch thesaurierende Anteilsklassen möglich. Vor einer Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher die Prüfung der aktuellen Fondsdaten (AUM, TER, Anteilsklassen, ISIN/WKN, Ausschüttungsmodus) im offiziellen Prospekt oder beim Vertriebsdienstleister.

Anlagephilosophie und -ziel
Der Davis Value Fund folgt einer klassischen, fundamental orientierten Value-Philosophie: Investitionsentscheidungen basieren auf der systematischen Suche nach Aktien, deren aktueller Marktpreis deutlich unter dem geschätzten inneren Wert liegt. Davis legt dabei großen Wert auf gründliche, bottom-up Fundamentalanalysen — Bilanzqualität, nachhaltige Cashflows, Ertragskraft und Managementqualität stehen im Mittelpunkt der Bewertung. Bewertungskennzahlen (z. B. auf Basis von Kurs/Gewinn, Kurs/Buch oder freiem Cashflow) dienen als Ausgangspunkt, ergänzt durch eine qualitative Prüfung von Wettbewerbsvorteilen und Geschäftsrisiken.
Das primäre Anlageziel des Fonds ist langfristiges Kapitalwachstum. Er strebt an, durch den selektiven Erwerb unterbewerteter US-Unternehmen über mehrere Marktzyklen eine bessere Wertentwicklung als der breite Markt zu erzielen. Erträge in Form von Dividenden können einen Beitrag zur Rendite leisten, stehen aber nicht im Vordergrund; der Fokus liegt auf der Wertsteigerung einzelner Positionen, sobald die Marktpreise sich der Einschätzung des Managements angleichen.
Die Strategie ist ausdrücklich für einen langfristigen Zeithorizont ausgelegt und verlangt Disziplin und Geduld vom Management wie auch von den Anlegern. Davis verfolgt eine konzentrierte, oft eher aktive Haltung gegenüber einzelnen Titeln und ist bereit, Beteiligungen über Jahre zu halten, bis die zugrundeliegende Unterbewertung beseitigt ist. Kurzfristiges Market-Timing wird vermieden; stattdessen setzt das Team auf konstante, gründliche Researcharbeit und eine hohe Überzeugungsintensität vor jedem Einstieg.
Konträre Positionen sind ein typisches Kennzeichen des Ansatzes: der Fonds kauft gezielt Titel und Sektoren, die vom Markt vorübergehend abgewertet oder von der Stimmung vergessen wurden. Entscheidungsgrundlage ist die Einschätzung, dass die Marktmeinung die langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven eines Unternehmens unter- oder überschätzt. Gleichzeitig ist das Vorgehen durch das Prinzip der „Margin of Safety“ geprägt — nur wenn die Schätzung des inneren Wertes hinreichend deutlich über dem Marktpreis liegt und die Risiken verstanden sind, wird investiert. Verkäufe erfolgen, wenn die Bewertung das Risiko-Profil nicht mehr rechtfertigt oder sich die fundamentalen Voraussetzungen deutlich verschlechtern.
Management und Investmentprozess
Das Fondsmanagement besteht in der Regel aus einem kleinen, erfahrenen Kernteam von Portfoliomanagern, unterstützt von einem eigens dafür aufgebauten Research- und Analystenteam sowie einem Investmentkomitee. Bei Davis ist die Personalstruktur historisch durch hohe Kontinuität und große Erfahrung im Value‑Bereich geprägt; Entscheidungen werden nicht allein von einer Einzelperson, sondern in Abstimmung mit internen Experten und Compliance‑Instanzen getroffen, wodurch Know‑how‑Konzentration und Nachfolgeregelungen adressiert werden.
Der Research‑Ansatz ist strikt bottom‑up und fundamental ausgerichtet. Analysten untersuchen Unternehmen anhand detaillierter Bilanz‑ und Cash‑flow‑Analysen, Bewertungen (z. B. DCF, Multiples), Managementqualität, Wettbewerbsvorteilen und langfristiger Ertragskraft. Ergänzt werden die Finanzanalysen durch sektorales Verständnis, Gespräche mit Managementteams, Branchenkontakten und ggf. vor Ort‑Recherchen. Ziel ist die Identifikation von Titeln, deren aktueller Marktpreis deutlich unter dem geschätzten inneren Wert liegt.
Entscheidungen über Aufnahme und Größe einer Position basieren primär auf der Überzeugung über die Unterbewertung (Margin of Safety) und auf Risiko/Ertrags‑Abwägungen. Typischerweise werden Positionen proportional zur Überzeugung aufgebaut; Kernpositionen erhalten eine deutlichere Gewichtung, während kleinere oder taktische Engagements begrenzt werden. Einstiege erfolgen häufig schrittweise oder bei klaren Bewertungs‑Triggern, Ausstiege bei Erreichen des Bewertungsziels, nachhaltiger Verschlechterung der Fundamentaldaten oder wenn bessere Anlagealternativen entstehen. Steuerliche Aspekte, Liquidität und Transaktionskosten fließen ebenfalls in die Entscheidungsfindung ein.
Das Risikomanagement integriert sowohl qualitative als auch quantitative Elemente. Es gibt formale Limits für Positionsgrößen und Konzentrationen, Vorgaben zur Liquidität und Stresstests für verschiedene Marktszenarien. Laufende Überwachung umfasst regelmäßige Performance‑ und Attribution‑Analysen, Überprüfung von Änderung in Geschäftsmodellen oder Bilanzkennzahlen sowie Ad‑hoc‑Reviews bei signifikanten Kursbewegungen. Technische Stop‑Loss‑Regeln werden seltener mechanisch angewendet; stattdessen stehen fundamentale Bewertungs‑ und Qualitätskriterien im Vordergrund. Compliance‑ und Reportingprozesse sorgen für Einhaltung regulatorischer Vorgaben und Transparenz gegenüber Anlegern.
Portfoliozusammensetzung
Der Davis Value Fund investiert überwiegend in US-Aktien; die geografische Zusammensetzung ist daher stark US-dominiert. Direkte Investitionen in Unternehmen außerhalb der USA sind untypisch, können aber in Form von US-Notierungen ausländischer Firmen (ADRs) oder gelegentlichen Ausnahmen vorkommen. Sektorseitig zeigt der Fonds typischerweise eine Value-lastige Gewichtung: häufig übergewichtet sind Finanzwerte, Industrie- und Versorgungsunternehmen, Energie sowie defensive Konsum- und Gesundheitswerte; technologieorientierte Wachstumssegmente sind tendenziell untergewichtet, sofern sie nicht klar unterbewertet erscheinen.
Bezüglich der Unternehmensgrößen liegt der Schwerpunkt meist auf Large- und Mid-Caps — etablierte, liquide Firmen mit stabilen Bilanzen und klarer Ertragskraft. Small-Cap-Papiere werden eher selektiv und opportunistisch eingesetzt, nicht als Kernbestandteil des Portfolios. Dieser Fokus entspricht dem Ansatz, in tief geprüfte, fundamentale Werte zu investieren, die ausreichend Größe für handelbare Positionen aufweisen.
Der Fonds ist relativ konzentriert gehalten. Typischerweise umfasst das Kernportfolio einige Dutzend Positionen (häufig im Bereich von rund 30–50 Einzeltiteln), wobei die Top-10-Positionen einen erheblichen Anteil des Fondsvermögens ausmachen können. Solche Konzentration ermöglicht tiefe Überzeugungspositionen, erhöht aber auch das idiosynkratische Risiko gegenüber breiteren Indices.
In der Praxis finden sich häufige Branchenbeteiligungen an großen Finanzinstituten (Banken, Versicherer), Industrie- und Fertigungsunternehmen, Energie- und Rohstoffkonzernen sowie etablierten Konsum- und Gesundheitsunternehmen. Konkrete Einzeltitel ändern sich mit Marktchancen und Bewertungen; für aktuelle Positionen und Gewichtungen sollte man die neuesten Factsheets und Quartalsberichte heranziehen.
Die Umschlagshäufigkeit ist im Vergleich zu aktiveren Fonds eher niedrig bis moderat, da der Investmentansatz auf langfristiges Halten und gründliche Fundamentalanalyse ausgelegt ist. Typische Turnover-Raten liegen daher in einem moderaten Bereich (variiert je nach Marktumfeld), was zu geringeren Transaktionskosten und potenziell günstigerer steuerlicher Effizienz führen kann. In Phasen, in denen sich Bewertungsprofile stark verändern, kann der Umschlag temporär ansteigen, was höhere Handelskosten und kurzzeitige Steuerimplikationen zur Folge haben kann.
Historische Performance und Kennzahlen


Für eine fundierte Beurteilung des Davis Value Fund sollten historische Renditen und Risiko-Kennzahlen immer im Kontext zur gewählten Benchmark (z. B. S&P 500) und über mehrere Zeiträume betrachtet werden. Wichtige Aspekte und Hinweise zur Interpretation:
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Langfristige Rendite im Vergleich zur Benchmark: Prüfen Sie annualisierte Renditen über verschiedene Zeitfenster (5, 10, 15, 20 Jahre und seit Auflage). Value-Strategien können über lange Perioden sowohl über- als auch unterperformen; entscheidend ist, ob der Fonds über vollständige Marktzyklen (inkl. Auf- und Abschwüngen) eine positive aktive Rendite (Excess Return) gegenüber der Benchmark erzielt. Achten Sie außerdem auf Konsistenz: Rolling-Returns (z. B. rollierende 10-Jahres-Renditen) geben ein besseres Bild als einzelne Kalenderjahre.
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Volatilität, Sharpe Ratio und weitere Risiko-/Rendite-Kennzahlen: Neben der Standardabweichung der Renditen (Volatilität) sollten Sie Sharpe Ratio (Rendite über risikofreier Zins pro Einheit Risiko), Sortino Ratio (untere Volatilität) und Beta (Bewegung gegenüber der Benchmark) betrachten. Für aktive Fonds sind auch Tracking Error und Information Ratio (Excess Return / Tracking Error) wichtige Kennzahlen, um die Qualität der aktiven Managementleistung einzuschätzen.
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Höchstverluste (Drawdowns) und Erholungsdauer: Maximaler Drawdown (größter kumulierter Verlust vom Höchststand bis zum Tiefststand) zeigt das Stresspotenzial des Fonds in Krisenphasen. Notieren Sie sowohl die Höhe des Drawdowns als auch die Zeit, die der Fonds zur Erholung auf ein neues Allzeithoch benötigt hat. Ein Fonds mit konzentriertem Value-Ansatz kann deutlich größere Einbrüche, aber auch längere Erholungsphasen als ein breiter Index aufweisen.
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Performance in verschiedenen Marktphasen: Value-Strategien wie der Davis Value Fund tendieren dazu, in bestimmten Marktumfeldern besser abzuschneiden (z. B. in Phasen von Reflation, zyklischer Erholung oder bei Bewertungswenden zugunsten günstigerer Titel). In langen Wachstumsphasen, insbesondere wenn Growth-Aktien klar favorisiert werden (wie in Teilen der 2010er-Jahre), können Value-Fonds hinter dem S&P 500 zurückbleiben. Analysieren Sie, wie der Fonds in Bullen- gegenüber Bärenmärkten abgeschnitten hat und ob seine Performance zyklisch oder eher persistenter Natur ist.
Praktische Empfehlung: Fordern Sie die aktuellen Kennzahlen beim Fondsanbieter, in Morningstar- oder Refinitiv-Berichten an oder sehen Sie sich das Factsheet/Den Jahresbericht an. Wichtige Zahlen, die Sie vergleichen sollten: annualisierte Renditen (versch. Zeiträume), Volatilität, Sharpe/Sortino Ratio, Max Drawdown inkl. Datum, Beta, Tracking Error, Information Ratio, Turnover sowie kumulierte Out-/Underperformance gegenüber der Benchmark. Nur mit diesen aktuellen, quantitativen Daten lässt sich beurteilen, ob die historische Performance des Davis Value Fund Ihren Renditeerwartungen und Ihrer Risikotoleranz entspricht.
Gebühren und Kosten
Der Davis Value Fund erhebt – wie die meisten aktiv gemanagten Aktienfonds – laufende Verwaltungs- und Vertriebskosten, die sich in der Gesamtkostenquote (TER / Ongoing Charges) widerspiegeln. Diese laufenden Kosten decken Managementgebühr, Verwaltung, Depotbank, Prüfung und sonstige Betriebskosten ab; sie werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und reduzieren damit die ausgewiesene Performance. Zusätzlich können sich aus Handelsaktivitäten des Fonds (Transaktionskosten, Spread‑Kosten) weitere implizite Kosten ergeben, die nicht immer vollständig in der TER enthalten sind.
Einmalige Kosten bei Kauf oder Verkauf können Ausgabeaufschlag (Front‑Load) bzw. Rücknahmeabschläge sein. Viele deutsche Vertriebsplattformen bieten Fonds ohne Ausgabeaufschlag an oder übernehmen diesen anteilig; dennoch sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob für die gewählte Anteilsklasse ein solcher Aufschlag anfällt. Bei institutionellen oder adviser‑Anteilsklassen sind die laufenden Gebühren in der Regel niedriger, dafür sind Mindesteinlagen oft höher.
Performance‑ oder Erfolgsgebühren sind bei vielen klassischen US‑Aktienfonds unüblich; stattdessen wird eine fixe Managementgebühr vereinbart. Beim Davis Value Fund ist üblicherweise keine Performance‑Fee in der Form eines High‑Water‑Marks / Gewinnbeteiligungssystems vorgesehen – dies bitte aber verbindlich im aktuellen Prospekt/KIID prüfen, da Anteilsklassen und Gebührenmodelle variieren können.
Die langfristigen Auswirkungen von Gebühren sind erheblich: Selbst moderate Differenzen in der jährlichen Kostenlast summieren sich über Jahrzehnte. Beispiel zur Illustration: Bei einer angenommenen Bruttorendite von 6 % p.a. würde ein Fonds nach Abzug einer jährlichen Gebühr von 1,0 % (Netto 5,0 %) aus 100.000 € in 30 Jahren etwa 432.000 € ergeben, während bei einer Gebühr von 0,1 % (Netto 5,9 %) das Endvermögen bei etwa 558.000 € läge – der Unterschied beträgt über 125.000 €. Hohe Umschlagshäufigkeit erhöht zusätzlich Transaktionskosten und kann steuerliche Effekte verändern.
Praktische Empfehlungen: Vor einer Investition die aktuelle TER der konkret gewählten Anteilsklasse sowie mögliche Ausgabeaufschläge aus KIID/Prospekt entnehmen, institutionelle Anteilsklassen oder vergünstigte Plattformkonditionen prüfen und das Kosten‑Nutzen‑Verhältnis gegen erwartete Outperformance des aktiven Managements abwägen. Auch die Umschlagshäufigkeit des Fonds (Turnover) sollte berücksichtigt werden, weil sie die effektiven Handelskosten und damit die Nettorendite beeinflusst.
Steuerliche Aspekte für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger gilt auf Erträge aus Investmentfonds grundsätzlich die Abgeltungsteuer: Kapitalerträge unterliegen einem pauschalen Steuersatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer. Vor Steuern können der persönliche Sparer‑Pauschbetrag (derzeit 801 EUR für Alleinstehende, 1.602 EUR bei Zusammenveranlagung) sowie eventuell erteilte Freistellungsaufträge berücksichtigt werden. Ausschüttungen werden in dem Jahr versteuert, in dem sie dem Anleger zufließen; realisierte Veräußerungsgewinne sind beim Verkauf der Anteile ebenfalls steuerpflichtig und werden durch die Depotbank erfasst und besteuert.
Seit der Investmentsteuerreform 2018 existieren Teilfreistellungen, die bestimmte Fondsarten steuerlich begünstigen. Bei klassischen Aktienfonds (d. h. Fonds mit überwiegendem Aktienanteil) ist ein Teil der Erträge steuerfrei gestellt (Teilfreistellung); die konkrete Höhe hängt vom rechtlichen Status und der Aktienquote des Fonds ab. Ob und in welcher Höhe der Davis Value Fund unter diese Regelung fällt, hängt von der konkreten Anteilsklasse und dem Fondsdomizil ab und sollte im Prospekt/Steuerinformationsblatt geprüft werden.
Bei thesaurierenden (thesaurierenden) Anteilsklassen greift jährlich die Vorabpauschale: Das Finanzamt besteuert einen fiktiven Mindestbetrag, der sich aus dem Fondsvermögen zu Beginn des Jahres und einem gesetzlich festgelegten Basiszins ergibt, maximal begrenzt durch die tatsächliche Wertentwicklung. Gezahlt werden muss die Vorabpauschale nur, wenn der berechnete Betrag positiv ist; tatsächlich ausgeschüttete Beträge werden auf die Vorabpauschale angerechnet. Auch hier wendet die Depotbank in der Regel die Besteuerung automatisch an und berücksichtigt die Teilfreistellung.
Quellensteuer auf US‑Dividenden ist ein weiterer wichtiger Punkt: Dividenden von US‑Unternehmen unterliegen üblicherweise einer US‑Quellensteuer (mit dem DBA‑Satz oft 15 % bei ordnungsgemäßer Dokumentation durch den Anleger bzw. die Fondsgesellschaft). Ob und in welcher Form diese Quellensteuer beim deutschen Anleger ankommt bzw. angerechnet werden kann, hängt stark vom Domizil des Fonds ab. Bei europäischen UCITS‑Sondervermögen (z. B. irische oder luxemburgische Anteilsklassen) kann die Fondsgesellschaft häufig günstigere DBA‑Konditionen nutzen bzw. eine Rückforderung organisieren; bei US‑domizilierten Fonds sind Reclaim‑Möglichkeiten für Privatanleger eingeschränkter. In Deutschland anrechenbare ausländische Quellensteuern können bis zur Höhe der deutschen Abgeltungsteuer angerechnet werden; die konkrete Verrechnung wird in der Regel durch die Depotbank vorgenommen, kann aber in Sonderfällen Melde‑/Antragspflichten beim Finanzamt erfordern.
Die Depotbank bzw. der Anlagevermittler übernimmt für die meisten Privatanleger die Abführung der Steuer und stellt steuerliche Unterlagen (Jahressteuerbescheinigung) aus. Trotzdem sollten Anleger die Fondsunterlagen (Prospekt, Steuerinformationsblatt, KIID) auf Hinweise zur steuerlichen Behandlung und zum Fondsdomizil prüfen. Bei ausländischen oder US‑domizilierten Anteilsklassen, bei größeren Vermögen (auch wegen möglicher US‑Erbschaftsteuerrisiken bei US‑Sitz‑Vermögenswerten) oder bei Unsicherheiten zur Anrechenbarkeit ausländischer Quellensteuer ist eine Rücksprache mit einem Steuerberater empfehlenswert.
Chancen und Vorteile
Der Davis Value Fund bietet mehrere Chancen, die für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont attraktiv sein können. Im Kern resultieren diese aus dem fokussierten, wertorientierten Investmentansatz und dem aktiven Management, das gezielt nach unterbewerteten US-Unternehmen sucht.
- Erwerb unterbewerteter Qualitätsunternehmen: Durch systematische Fundamentalanalyse versucht das Team, Aktien mit Bewertungsabschlägen gegenüber ihrem inneren Wert zu identifizieren — das schafft ein Potenzial für Kursgewinne, wenn der Markt die Bewertung anpasst.
- Margin of Safety / Downside-Charakter: Value-Investments mit Sicherheitsabschlag können in Abschwungphasen tendenziell etwas besser abschneiden als hoch bewertete Wachstumswerte, weil ein Teil des Risikos bereits im niedrigeren Einstiegskurs eingepreist ist.
- Potenzial für nachhaltiges Kapitalwachstum: Ein konzentriertes Portfolio aus langlebigen, profitablen Unternehmen, die zu attraktiven Preisen gekauft wurden, kann über Jahre kumulativ überdurchschnittliche Renditen liefern.
- Konzentration und aktiver Stil als Hebel für Outperformance: Da der Fonds oft nur eine begrenzte Zahl Kernpositionen hält, kann erfolgreiche Titelauswahl zu überproportionalen Mehrerträgen gegenüber breiten Indizes führen.
- Nutzung von Markteffizienzlücken: Besonders in volatileren Marktphasen entstehen Bewertungsdisparitäten; ein aktives Value-Team kann diese Gelegenheiten gezielt ausnutzen.
- Disziplinierter, langfristiger Investmenthorizont: Die bewusste Orientierung auf langfristige Werteveränderungen reduziert das Risiko von Fehlreaktionen auf kurzfristige Marktstörungen und fördert nachhaltiges Denken.
- Dividenden- und Cashflow-Potenzial: Viele Value-Unternehmen zahlen stabile Dividenden oder generieren starken freien Cashflow, was die Rendite stützen und zur Risikominderung beitragen kann.
- Diversifikation innerhalb des US-Universums durch selektive Stock-Picking-Strategie: Obwohl der Fonds US-zentriert ist, ergibt sich durch die Auswahl unterschiedlicher Sektoren und Kapitalisierungen echte Titeldifferenzierung gegenüber Indexanlagen.
- Erfahrung und Investmentprozess: Ein etabliertes Managementteam mit klar definiertem Research- und Entscheidungsprozess erhöht die Wahrscheinlichkeit konsistenter Anlageentscheidungen über Zeit.
- Anpassungsfähigkeit in Marktwenden: Aktives Management erlaubt taktische Allokations- und Titelauswahlentscheidungen, die in verschiedenen Marktphasen Chancen generieren können.
Diese Chancen sind am besten nutzbar von Anlegern, die Geduld mitbringen und bereit sind, kurz- bis mittelfristige Volatilität zu tolerieren; vor einer Investition sollte stets ein Abgleich mit der individuellen Risikotoleranz und Portfolioallokation erfolgen.
Risiken und Nachteile
Der Davis Value Fund bietet Anlagechancen, bringt aber auch mehrere typische Risiken und Nachteile mit sich, die Anleger vor einer Investition bedenken sollten:
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Markt- und Systemrisiko: Als US-Aktienfonds ist der Fonds den allgemeinen Schwankungen des Aktienmarkts, Konjunkturzyklen, Zinsänderungen und makroökonomischen Schocks ausgesetzt. In Phasen starker Marktverluste können auch qualitativ gute, unterbewertete Titel kurzfristig stark fallen.
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Value‑Trap‑Risiko: Der Fonds sucht bewusst unterbewertete Unternehmen. Manche dieser Firmen sind jedoch nicht temporär, sondern strukturell geschwächt (z. B. veraltetes Geschäftsmodell, dauerhaft sinkende Nachfrage). Solche „Value Traps“ können dauerhaft niedrige Renditen oder Kapitalverluste verursachen.
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Konzentrations- und Klumpenrisiken: Davis verfolgt häufig ein konzentriertes Portfolio mit vergleichsweise wenigen Kernpositionen. Hohe Gewichte einzelner Titel oder ganzer Sektoren können bei negativen Entwicklungen zu überproportionalen Verlusten führen. Anleger sollten prüfen, wie stark Top‑10‑Positionen das Portfolio dominieren.
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Sektor‑ und Stil‑Bias: Value‑Strategien sind oft übergewichtet in bestimmten Branchen (z. B. Finanzwerte, Energie, Industrie). Ein sektorenspezifischer Einbruch trifft den Fonds somit stärker als breite, diversifizierte US‑Indexfonds.
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Aktivitäts‑ und Manager‑Risiko: Die Performance hängt wesentlich von den Entscheidungen des Managements ab. Führungswechsel, Fehleinschätzungen oder eine Periode fehlender Outperformance gegenüber dem Index sind möglich. Zudem besteht das Risiko, dass aktive Strategie über längere Zeit hinter passiven Benchmarks zurückbleibt.
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Liquiditäts‑ und Transaktionskostenrisiko: Falls der Fonds in kleinere oder weniger liquide Werte investiert, können beim Kauf/Verkauf höhere Spreads und Marktimpact entstehen. Das erhöht die effektiven Handelskosten und verschlechtert die Rendite, besonders in Stressphasen.
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Währungsrisiko: Für Anleger außerhalb der USA (z. B. in Euro) wirken Wechselkursschwankungen (USD/EUR) auf die Rendite. Starkes USD‑Abschwächen kann US‑Renditen in Heimatwährung deutlich mindern.
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Höhere Volatilität und längere Drawdowns: Value‑Strategien können über längere Perioden (z. B. mehrere Jahre) hinter Growth‑Strategien zurückbleiben. Das heißt: größere und länger anhaltende Verlustphasen sind möglich, was Geduld und Risikotoleranz erfordert.
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Steuer‑ und Rebalancing‑Effekte: Aktives Management kann zu häufigeren Realisationen von Gewinnen führen, was steuerliche Belastungen für Anleger (je nach Domizil) und möglicherweise höhere Steuerkosten im Vergleich zu passiven ETFs bedeutet.
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Operative und Reputationsrisiken: Risiken auf Fondsebene wie Probleme beim Fondsanbieter, regulatorische Änderungen oder Fehler bei der Fondsverwaltung können indirekt die Fondsperformance beeinträchtigen.
Kurz: Der Davis Value Fund kann durch fokussiertes Value‑Investing Überrenditen erzielen, bringt aber erhöhte Risiken durch Konzentration, Value‑Traps, Managerabhängigkeit und Währungs‑ sowie Sektorexposition mit sich. Vor einer Anlage sollten Anleger ihre Risikotoleranz, den Anlagehorizont und die Portfolio‑Diversifikation überprüfen und gegebenenfalls Positionsgrößen begrenzen.
Vergleich mit Alternativen
Beim Vergleich des Davis Value Fund mit Alternativen sollten mehrere Dimensionen berücksichtigt werden: Kosten, Stil (Value vs. Growth/Blend), Aktivität und damit verbundenes Erwartungsbild für Risiko und Rendite sowie praktische Aspekte wie Liquidität und Steuereffizienz.
Im Vergleich zu S&P‑500‑ETFs und breiten US‑Indexfonds fallen vor allem zwei Punkte ins Gewicht: Gebühren und Stilabweichung. Breite ETFs (z. B. S&P 500, Russell 3000, Total Market) haben sehr niedrige TERs und bieten eine nahezu risikoneutrale Marktbetrachtung ohne aktives Stock‑Picking. Der Davis Value Fund ist aktiv, konzentriert und value‑orientiert — dadurch entstehen höhere laufende Kosten, aber auch die Chance auf Outperformance gegenüber dem Index, insbesondere über längere Zeiträume und in Marktphasen, in denen unterbewertete Unternehmen wieder revalued werden. Andererseits besteht das Risiko, längere Perioden hinter dem Markt zu bleiben, besonders in Growth‑getriebenen Aufschwüngen. ETFs sind zudem steuerlich oft effizienter (insbesondere US‑domizilierte ETFs für US‑Anleger) und äquivalent liquider im Handel.
Verglichen mit anderen aktiv gemanagten US‑Value‑Fonds unterscheiden sich konkrete Fonds in Prozess, Konzentrationsgrad, Turnover und Gebührenstruktur. Wichtige Vergleichskriterien sind Track Record (netto), Managerkontinuität, durchschnittliche Positionsanzahl, typische Einstiegsbewertungen, und Risikokontrollen. Manche Mitbewerber sind breiter gestreut oder haben höhere Turnover‑Raten; andere sind noch konzentrierter oder verfolgen strengere „deep value“-Ansätze. Ein Investor sollte prüfen, ob Davis’ Bewertungsuniversum, Research‑Tiefe und historische Fähigkeit, Value‑Prämien zu realisieren, besser zur eigenen Erwartung passt als die Alternativen.
Gegenüber Growth‑ oder Blend‑Strategien zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied im Rendite‑ und Risiko‑Profil: Value‑Fonds tendieren zu stärker zyklischer/konträrer Positionen, geringerer Bewertung und/oder höherer Dividendenrendite; Growth‑Fonds fokussieren auf Zukunftswachstum, höhere Multiples und oft höhere Sektor‑Konzentration in Technologie. In langen Growth‑Phasen können Value‑Strategien deutlich hinterherhinken; in Rotationsphasen oder bei Bewertungsnormalisierung bieten sie Outperformance‑Potenzial. Blend‑Ansätze bieten mittlere Eigenschaften.
Die Kosten‑Nutzen‑Abwägung (aktiv vs. passiv) sollte praktisch erfolgen: prüfe die durchschnittliche Mehrrendite, die ein aktiver Manager über relevante Zeitfenster geliefert hat (netto Gebühren), die Konsistenz dieser Mehrrendite und die Varianz der Relative‑Performance. Rechne aus, wie viel Outperformance nötig ist, um die höheren Gebühren über 5–10+ Jahre zu rechtfertigen. Berücksichtige auch Steuereffekte (thesaurierende vs. ausschüttende Klassen, realisierte Gewinne durch Turnover). Für viele Anleger ist eine Kombination sinnvoll: ein kostengünstiger ETF als Core‑Holding plus ein konzentrierter aktiver Value‑Fonds (wie Davis) als Satellit, sofern man an das Value‑Narrativ und die Managerqualitäten glaubt.
Praktische Empfehlung: bevor du dich entscheidest, vergleiche TER, historische Netto‑Performance vs. relevanter Value‑Index und S&P 500, Sharpe/Sortino, maximale Drawdowns sowie Manager‑Tenure und Portfolio‑Konzentration mit direkten Konkurrenten und passiven Value‑ETFs (z. B. S&P 500 Value, Russell 1000 Value). Entscheide dann, ob der Davis Value Fund als Kernposition (nur bei sehr überzeugender, konsistenter Outperformance und akzeptabler Kostenstruktur) oder als Satellit sinnvoller ist.
Für welche Anleger ist der Fonds geeignet?
Der Davis Value Fund passt am besten zu Anlegern mit einem klaren Value‑Fokus und ausreichend Zeit- und Risikobereitschaft: wer kurzfristige Performance‑Schwankungen nicht nervös macht, an langfristigem Kapitalzuwachs interessiert ist und geduldig gegenüber Phasen relativer Underperformance sein kann, findet im Fonds eine geeignete Option. Wichtig ist die Bereitschaft, aktiv gemanagte, relativ konzentrierte Portfolios zu halten und damit ein höheres idiosynkratisches Risiko zu akzeptieren als bei breiten Indexfonds.
Empfohlenes Anlageziel und Zeithorizont: Optimal ist ein Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren, besser länger. Die Value‑Strategie zielt vorrangig auf langfristiges Kapitalwachstum durch den Kauf unterbewerteter Unternehmen; kurzfristige Renditeziele sind nicht im Vordergrund.
Risikoprofil und Anlegerverhalten: Geeignet sind konservativ‑mutige Anleger, die Volatilität und vorübergehende Drawdowns aushalten, nicht bei jeder Schwäche panisch verkaufen und die Disziplin haben, den Value‑Ansatz längere Zeit durchzuhalten. Wer niedrige Gebühren und Index‑Performance über kurze Perioden bevorzugt oder sehr geringe Schwankungsbereitschaft hat, ist weniger geeignet.
Eignung im Portfolio: Der Fonds kann als Kernposition für Anleger dienen, die bewusst auf US‑Value setzen und bereit sind, einen aktiven Manager für Stock‑Picking zu bezahlen. Für breit diversifizierte Portfolios ist der Fonds oft sinnvoller als Satellit (zur gezielten Ergänzung des US‑Engagements); Anleger sollten jedoch die Konzentration innerhalb des Fonds beachten und ihn nicht als einzige US‑Aktienposition halten. Als grober Orientierungswert kann eine Portionsgröße von wenigen Prozentpunkten bis in den niedrigen zweistelligen Bereich der Gesamtanlage sinnvoll sein – abhängig von Risikoneigung und Gesamtallokation.
Mindestanlagebeträge und Liquiditätsüberlegungen: Konkrete Mindestanlagesummen und Anteilsklassen (Retail vs. Institutional) variieren je nach Anteilsklasse und Vertriebsweg; einige Klassen haben höhere Mindestanforderungen. Der Fonds ist in der Regel als offen gemanagter Fonds mit täglicher Liquidität verfügbar, wobei Verfügbarkeit in Deutschland von der angebotenen Anteilsklasse bzw. dem Vertriebsweg (direkter Kauf über ausländische Anbieter, lokale Plattformen oder ggf. UCITS‑Anteilsklassen) abhängt. Vor dem Kauf sollten Anleger Mindestanlage, Anteilsklasse, Handelszeiten, Order‑Cutoffs sowie mögliche Währungsumtauschkosten und steuerliche Folgen mit ihrer Depotbank oder einem Berater klären.
Kurz: geeignet für geduldige, langfristig orientierte Anleger mit Überzeugung in aktiv verwaltete Value‑Strategien; weniger geeignet für kurzfristig orientierte, sehr kosten‑ oder risikoavers eingestellte Anleger.
Praxis: Kauf, Überwachung und Ausscheidungskriterien
Der Davis Value Fund lässt sich in der Praxis auf ähnliche Weise handeln wie andere aktiv gemanagte US-Aktienfonds — wichtig sind Zugangsweg, Kosten, laufende Überwachung und klare Ausstiegsregeln.
Kauf: In Deutschland können Sie Fondsanteile über Direktbanken, Online-Broker und Fondsplattformen (z. B. Banken, Vermögensverwalter, Online-Fundshops) oder direkt bei der Fondsgesellschaft erwerben. Prüfen Sie vor dem Kauf die vorhandenen Anteilsklassen (Währung, Thesaurierung vs. Ausschüttung) und die zugehörigen ISIN/WKN, da Verfügbarkeit und Kosten zwischen Klassen stark variieren können. Achten Sie auf Mindestanlagebeträge, Orderfristen (Handelszeit/Valuta) und die verwendete Handelswährung — bei US‑Dollar‑Klassen entstehen ggf. Währungsumrechnungsgebühren. Verwenden Sie Limit‑Orders, wenn möglich, um Slippage zu minimieren, und prüfen Sie, ob die Plattform Sparplanoptionen anbietet.
Sparplan-Optionen und Einmalanlage-Strategien: Für regelmäßige Sparraten ist ein Fondssparplan (monatlich/vierteljährlich) sinnvoll — er glättet Einstiegspunkte (Cost‑Averaging) und fördert Disziplin. Bei größeren Summen müssen Sie abwägen: Historisch liegt der statistische Vorteil bei Einmalanlagen (lump sum), weil Geld sofort arbeitet; viele Anleger bevorzugen hingegen ein gestaffeltes Ansparen (z. B. 3–12 Monate) aus Risiko- und Komfortgründen. Alternativ können Sie gestaffelt „akkumulativ“ investieren (z. B. 4–6 Tranchen), um Timing‑Risiken zu reduzieren. Legen Sie vorab feste Regeln fest (z. B. Tranchenhöhe, Intervalle), um emotionsgetriebene Entscheidungen zu vermeiden.
Überwachungskriterien: Überprüfen Sie Fonds und Manager regelmäßig — eine sinnvolle Frequenz ist monatlich für Performance‑Updates und quartalsweise für tiefere Analysen mit jährlicher, ausführlicher Prüfung. Wichtige Kennzahlen und Indikatoren:
- Absolute und relative Performance gegenüber einer passenden Benchmark (z. B. S&P 500 oder einem US‑Value‑Index) in 1-, 3-, 5‑Jahres-Intervallen.
- Volatilität, Sharpe Ratio, Maximum Drawdown.
- Turnover‑Rate, Umschlagshäufigkeit und daraus resultierende Transaktionskosten / Steuerereignisse.
- Portfoliokonzentration: Anzahl Kernpositionen, Top‑10‑Gewichte, Sektor- und Einzeltitel‑Klumpen.
- Bewertungsindikatoren der Stammpositionen (KGV, EV/EBIT, Free‑Cashflow‑Rendite) und ob der Fonds weiterhin „Value“ hält oder in teurere Titel driftet.
- Änderungen im Management oder Investmentprozess, Personalfluktuation im Team.
- Gebührenentwicklung (TER, Vertriebskosten) und steuerliche Änderungen (z. B. Anteilsklassenwechsel).
- Liquidität der gehaltenen Titel (insbesondere bei kleineren US‑Caps).
Ausstiegsignale und Rebalancing-Regeln: Definieren Sie klare, vorab festgelegte Kriterien, damit Verkäufe nicht rein emotional erfolgen. Mögliche, praktikable Regeln:
- Fundamental deteriorates: Verkauf, wenn sich die zugrundeliegende Investment‑These eines Kernwerts deutlich verschlechtert (z. B. nachhaltiger Umsatz-/Margenrückgang, strukturelle Marktveränderung).
- Bewertungsziel erreicht: Teilverkäufe bei Erreichen eines vorher definierten Fair‑Value oder eines Gewinnmitnahme‑Bands (z. B. wenn Gewicht einer Position einen Zielbereich überschreitet).
- Management- oder Strategiebrüche: Verkauf bei wesentlicher Änderung des Investmentprozesses oder Weggang des verantwortlichen Teams.
- Unterperformance‑Trigger: z. B. anhaltende signifikante Underperformance gegenüber der Benchmark über einen definierten Zeitraum (z. B. >3 Jahre), wobei hier Kontext und Gründe geprüft werden sollten — nicht allein numerische Schwellen.
- Drawdown-/Stop‑Loss‑Regeln: Viele Privatanleger setzen konservative Stop‑Losses; bei Fonds kann ein starrer Stop‑Loss zu häufigen Realisationen und steuerlichen Nachteilen führen — besser sind fundamentale Exit‑Regeln als rein Kurs‑basierte Stopps.
- Rebalancing: Nutzen Sie entweder calendar‑based rebalancing (z. B. jährlich) oder threshold‑based (z. B. Rebalancing, wenn Gewichtungen ±5–10 % vom Ziel abweichen). Berücksichtigen Sie Transaktionskosten und Steuereffekte; bei kleinen Positionen kann es sinnvoll sein, Rebalancing seltener durchzuführen.
Praktische Hinweise: Prüfen Sie vor und nach Kauf das Produktblatt (Prospekt, KIID/SSF) und die aktuellen Factsheets. Achten Sie auf die steuerliche Behandlung (Ausschüttung vs. Thesaurierung, Vorabpauschale) und mögliche Doppelbesteuerungsfragen bei US‑Dividenden. Dokumentieren Sie Ein- und Ausstiegsgründe schriftlich — das hilft bei Disziplin und späterer Evaluierung. Bei Unsicherheit zu steuerlichen oder rechtlichen Details sollten Sie einen Steuerberater konsultieren.
Checkliste vor dem Investment
Vor dem Investment prüfen Sie unbedingt die folgenden Punkte — kurz, konkret und dokumentiert:
- Richtige Anteilsklasse wählen: ISIN/WKN, Währung, ausschüttend vs. thesaurierend, ggf. Währungsabsicherung; Prüfen, ob Mindestanlage oder separate Anteilsklassen für institutionelle/private Anleger bestehen.
- Gesamtkosten exakt ermitteln: TER, Performancegebühren, Ausgabe- bzw. Rücknahmeaufschläge; kalkulieren, wie sich die Kosten langfristig (z. B. 5–10 Jahre) auf die Rendite auswirken.
- Steuerliche Konsequenzen klären: Behandlung von Ausschüttungen und Veräußerungsgewinnen in Deutschland, Quellensteuer auf US-Dividenden, Vorabpauschale bei Thesaurierung — ggf. Depotbank/Steuerberater befragen.
- Management und Kontinuität prüfen: Erfahrung und Verweildauer des Fondsmanagers/Teams, Nachfolgeplanung, Anteile des Managements am Fondsvermögen (Co-Investment).
- Investmentprozess verifizieren: Vorhandensein eines konsistenten, dokumentierten Value-Ansatzes (Kaufkriterien, Bewertungsmethoden, Risiko-Checks); Prüfen, ob Prozess in Praxis eingehalten wurde.
- Historische Kennzahlen anschauen: Langfristige Performance (mind. 5–10 Jahre), Volatilität, Sharpe Ratio, maximale Drawdowns, Turnover; Vergleich mit passender Benchmark (z. B. S&P 500).
- Portfolio- und Konzentrationsrisiko messen: Anzahl Kernpositionen, Gewicht der Top-10-Holdings, Sektor- und Branchenklumpen, typische Marktkapitalisierung der Beteiligungen.
- Liquidität und Handelskosten bedenken: Handelbarkeit der Fondsanteile (Selbst, über Fondsplattformen, Primär-/Sekundärmarkt), erwartete Transaktionskosten bei Ein-/Auszahlung.
- Operationales & rechtliches Material sichten: Aktueller Prospekt, KIID/Key Investor Information, Jahres-/Halbjahresberichte, Factsheet; prüfen, ob Angaben konsistent sind.
- Vergleich mit Alternativen: Kosten-Nutzen-Abwägung gegenüber S&P‑500-ETFs und anderen aktiv gemanagten US‑Value-Fonds (Performance, Risiko, Gebühren).
- Übereinstimmung mit persönlichem Anlageziel: Passender Zeithorizont (typischerweise langfristig), Risikotoleranz, gewünschte Rolle im Portfolio (Kern- vs. Satellitenposition) und geplante Allokationshöhe festlegen.
- Überwachungs- und Exit-Kriterien festlegen: Zeitintervall für Reviews, akzeptable Underperformance-Schwellen, Warnsignale (Managerwechsel, Stil- oder Prozessabweichung, stark steigendes Fondsvolumen) und klare Rebalancing-/Ausstiegsregeln.
- Dokumentation sicherstellen: Alle Prüfungen, Beratungen und Entscheidungen schriftlich festhalten; für deutsche Steuererklärung relevante Unterlagen (Jahressteuerbescheinigungen) prüfen, Ablage sicherstellen.
Wenn Sie diese Checkliste durchgearbeitet haben und keine roten Flaggen vorliegen, ist die Grundlage für eine informierte Investmententscheidung gelegt.
Quellen und weiterführende Literatur
Zur weiteren Vertiefung empfehle ich eine Mischung aus offiziellen Fondsunterlagen, unabhängigen Datenanbietern, Fachliteratur und steuerlichen/regulatorischen Quellen. Nachfolgend eine praxistaugliche Übersicht mit konkreten Anlaufstellen und Hinweisen zur Nutzung.
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Offizielle Fondsunterlagen (erste Anlaufstelle)
- Prospekt, Jahres- und Halbjahresberichte sowie KIID/KID: immer aktuellste und verbindliche Produktinformationen, Anlagestrategie, Risiken, TER, Anteilsklassen. Erhältlich auf der Website des Fondsanbieters (Davis Advisors / Davis Funds) oder beim deutschen Vertrieb.
- Stiftungs- und Manager-Kommentare (Quarterly/Annual Letters): nützlich, um Investmentphilosophie und Positionierungen nachzuvollziehen.
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Anbieter-/Manager-Quellen
- Davis Advisors / Davis Funds – Produktseiten, Factsheets, Manager-Kommentare und historische Berichte.
- Vertriebspartner in Deutschland (KVG / Domizil), falls vorhanden: zusätzliche Informations- und Vertriebsdokumente.
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Daten- und Analyseplattformen
- Morningstar (morningstar.de): Fondsdaten, Ratings, Peer-Vergleich, Historie.
- Bloomberg, Refinitiv/Refinitiv Lipper, FactSet: professionelle Daten (Achtung: Paywall).
- Yahoo Finance, Google Finance: schnelle Kurs- und Basisinformationen.
- Fondsvergleichsportale und Banken-Research für Gebühren- und Performancevergleich.
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Regulatorische und rechtliche Quellen
- SEC EDGAR (sec.gov/edgar) für US-registrierte Fondsfilings (Formulare, Prospekte).
- BaFin / Bundesministerium der Finanzen (bmf.bund.de) und Bundeszentralamt für Steuern (bzst.de) für deutsche regulatorische/steuerliche Hinweise.
- Doppelbesteuerungsabkommen (USA–Deutschland) und Informationen zur Quellensteuer auf US-Dividenden (IRS / BZSt).
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Steuerliche Informationsquellen (für deutsche Anleger)
- BZSt und die Seiten großer Depotbanken zur Behandlung von Dividenden, Vorabpauschale und Abgeltungsteuer.
- Unabhängige Steuerberater oder Fachartikel in Wirtschaftsmedien (z. B. FAZ, Handelsblatt) zur konkreten Steuerwirkung.
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Fachbücher und weiterführende Literatur zum Value-Investing (empfohlen zur Einordnung der Strategie)
- Benjamin Graham: „The Intelligent Investor“ (Grundlagen Value Investing).
- Benjamin Graham & David Dodd: „Security Analysis“ (Klassiker).
- Joel Greenblatt: „The Little Book That Still Beats the Market“ (einfacher Einstieg).
- Bruce Greenwald et al.: „Value Investing“ (moderne Perspektiven).
- John C. Bogle: „Common Sense on Mutual Funds“ (zum aktiven vs. passiven Management).
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Wissenschaftliche und praxisorientierte Artikel
- Financial Analysts Journal, Journal of Portfolio Management: Studien zu Value-Faktoren, Performancekonstanz und Risikoprofilen.
- Analystenberichte von Morningstar, MSCI, S&P Global (Hinweise auf Methodik und Vergleichsmaßstäbe).
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Praktische Tools und Checklisten
- Factsheet-Vergleich (TER, Performance vs. Benchmark, Turnover).
- Watchlist-Tools bei Brokern/Plattformen für Kurswarnungen und Rebalancing.
- Excel-Templates für Kosten-/Renditeprojektionen (Total-Cost-Impact über Zeit).
Hinweise zur Nutzung der Quellen
- Priorität: Offizielle Fondsdokumente > unabhängige Datenanbieter > Presse/Blogs. Verifiziere kritische Zahlen (TER, Performance, Fondsvolumen) immer mit dem Prospekt/Jahresbericht.
- Achte auf Veröffentlichungsdatum und Währungseinheit (Performance in USD vs. EUR).
- Bei steuerlichen Fragen und individueller Portfoliosteuerung professionelle Beratung einholen.
- Nutze mehrere Quellen (z. B. Morningstar + Davis-Berichte + SEC-Filings), um ein ausgewogenes Bild zu bekommen und Interessenkonflikte einzelner Anbieter zu erkennen.
Fazit
Der Davis Value Fund bietet einen klar fokussierten, aktiv gemanagten Value-Ansatz für US-Aktien, getragen von einem erfahrenen Team und einer disziplinierten, langfristigen Investmentphilosophie. Seine Stärken liegen in der konsequenten Suche nach unterbewerteten, qualitativ soliden Unternehmen, der potenziellen Outperformance in Phasen, in denen Value-Titel gegenüber Growth wieder vorn liegen, sowie in der Möglichkeit, mit einem konzentrierten Portfolio überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Dem gegenüber stehen signifikante Nachteile: längere Perioden relativer Underperformance gegenüber dem breiten US-Markt (insbesondere während anhaltender Growth-Rallyes), das Risiko von Value‑Traps bei falsch eingeschätzten Unternehmen, Klumpenrisiken durch Konzentration sowie höhere Kosten und Tracking‑Error gegenüber passiven S&P‑500‑ETFs. Für deutsche Anleger kommen zusätzlich steuerliche und währungsbezogene Aspekte sowie gegebenenfalls eingeschränkte Anteilsklasseninfrastruktur hinzu, die vor einem Investment geprüft werden sollten. Insgesamt eignet sich der Fonds primär für geduldige, risikoakzeptierende Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens 5–10 Jahren, die aktivem Value‑Stockpicking und der Manager‑philosophie vertrauen; er kann als Satellitenposition oder, bei entsprechender Überzeugung, als Kernbaustein eines US‑Engagements dienen. Bevor man investiert, sollten TER, Anteilsklasse, historische Drawdowns, Top‑Holdings und die Kontinuität des Managementteams geprüft werden; wer dagegen niedrige Kosten und sehr enge Index‑Nachbildung bevorzugt, ist mit einem breit gestreuten US‑ETF besser bedient. Schließlich gilt: Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse — der Fonds ist eine Option für Anleger mit Überzeugung in aktives, langfristiges Value‑Investing, aber nichts für kurzfristig orientierte, risikoaverse Investoren.

